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Emanuels Garten: Permakultur und ökologisches Gärtnern in der Eifel


Station Nr. 2: Wir sind in Emanuels Garten für euch unterwegs. Ein kleines Paradies auf Erden.

Ein entstehendes Permakultur Projekt in der Eifel. Wir sind aus dem Häuschen und deshalb direkt mal zu Emanuel Dümmer nach Hellenthal in der Eifel gefahren, um mit ihm über sein Projekt zu sprechen.


Permakultur bedeutet im Einklang mit der Natur zu leben, die Natur zu beobachten und von ihr zu lernen. Das Prinzip basiert somit auf einer ganzheitlichen Betrachtungsweise des Lebens. Die organische und nachhaltige Landwirtschaft ist dabei "nur" ein Teilkonzept. Ein wirklich spannendes finden wir.

Emanuels Reise

Emanuel beschloss während seines Bauingenieur Studiums mit seiner damaligen Freundin die Welt zu bereisen. Er erhoffte sich neue Einblicke ins Leben, in ein Leben, das ihn sich freier und sinnerfüllter fühlen lassen würde.

Als er in Australien unterwegs war, wurde sein Wunsch erhöht. Dort begegnete er zum ersten Mal Permakultur Konzepten und war fasziniert von ihren einzigartigen Möglichkeiten.

Nach einigen Monaten in Spanien, er war im Inbegriff dort schon Land zu kaufen, packte ihn die Verbundenheit zur Eifel am Schopf - und nun wohnt er wieder in seiner Heimat. Und so haben wir das große Glück ihn euch auf unserem Blog vorstellen zu können.

Für Emanuel ist Permakultur weitaus mehr als nur ein Projekt, es ist eine Lebensweise für ihn geworden. Das durften wir auch vor Ort bei ihm erleben und spüren.

Emanuels "Perma-Hood"

Unser erster Abstecher führte uns in einen Nadelwald, genauer gesagt an eine Quelle, der Emanuel regelmäßig sein Wasser abzapft. Vor vielen Jahren einmal diente diese Quelle der Hauptwasserversorgung des Dorfes. Nach der Fertigstellung einer Talsperre wurden die Versorgungsleitungen der Dörfer im Umkreis zusammen gelegt und das Wasser wurde von nun an von dort verteilt. Die Quelle im Wald verlor an Beachtung. Doch auch heute noch hat sie noch eine gute Trinkwasserqualität.

Im Anschluss an unseren winterlichen Waldbesuch besichtigten wir Emanuels Wohn- und Gartenprojekt, das den Leitprinzipien von Permakultur entspricht. Das Haus, eine ehemalige Scheune seines Großvaters, befindet sich noch im Umbau, doch die einzelnen Wohnbereiche sind schon deutlich erkennbar. Emanuel verwendet hierfür alte und neue Materialien. Zum einen um Kosten zu sparen, doch auch um Altes zu erhalten, wenn es Sinn macht. Der Garten ist noch grün und so weit das Auge sieht blühen Leguminosen. Diese werden im Frühjahr kurz geschnitten und in den Boden untergemischt. So entsteht ein günstiger Stickstoffgehalt im Boden und es kann auf künstliche Düngemittel verzichtet werden. In seinen Gemüsekästen finden wir sogar noch knackig frische Möhren, Rucula Pflänzchen uvm. Stolz zeigt er uns, dass die oberste Bodenschicht (Ackerkrume) voll mit Regenwürmern ist, die wie ihr sicher wisst, die Mineralien im Boden erst pflanzenverfügbar machen.

DAS INTERVIEW

Nach unserem Besuch in Emanuels Garten und zukünftigen Heim, sind wir zu ihm nach Hause gefahren, um ihn bei Tee und liebevoll zubereitetem Essen mit noch mehr Fragen zu löchern.

Emanuel, was bedeutet Naturverbundenheit für dich?

Für mich ist es so, dass ich gar nicht nicht mit der Natur verbunden sein kann. Das heißt die Verbundenheit besteht immer. Sie ist untrennbar. Die Frage ist nur, ob ich mir das bewusst mache.

Und Naturverbundenheit in der Eifel?

In der Eifel, ja, weil hier alles begann. Wenn ich ein Projekt dort beginne, wo ich groß geworden bin und wo ich als Kind diese Naturverbundenheit bzw. die Verbundenheit zu dem was mich umgibt erlebt habe, dann ist es ja gekoppelt an meine Erinnerung. Als Kind habe ich all das viel klarer und viel intensiver verspürt, als ich es jetzt tue. Wenn ich also in der Heimat starten kann, wenn es hier funktioniert, dann funktioniert es überall.

Verfolgst du eine Vision zur Entwicklung der Eifel und wenn ja, wie sieht diese aus? Wie siehst du die Eifel in der Zukunft?

Das was für die Eifel gilt, gilt auch für jeden anderen Ort. Dennoch mag ich hier beginnen. Eifelspezifisch allerdings auch, weil die Eifel bekanntlich ein kleiner Raum mit einer relativ geringen Besiedlungsdichte ist. Ja ich habe eine Vision. Ein Baustein meiner Vision ist es, dass sich die Menschen wieder gegenseitig unterstützen, erkennen, was Nachbarschaft und Gemeinschaftsleben bedeutet und an ihrem Ort, dort wo sie leben, selbst aktiv werden. Kleine Gemeinschaften, lokale Märkte, das ist für mich die Zukunft.

Das ist hier in der Eifel relativ klar umsetzbar. Man hat kurze Kommunikationswege, man kann sich schneller einigen. Solche einfachen, lokalen Strukturen sind viel flexibler was Veränderungen anbelangt. Und können vieles aus sich heraus auf die Beine stellen.

Was schätzt du an der Eifel und was vermisst du an der Region?

Ich schätze an der Eifel die große Polarität, die ich in vielen Sachen sehe. Ich vermisse ein bisschen mehr Sonne, ein bisschen mehr Wärme.

Emanuel wir danken dir von Herzen für den ereignisreichen und wunderbaren Tag und deine Bereitschaft Teil des Eifel Nomads Projektes zu sein. Wir kommen ganz bald wieder.

Speak it like Thomas Huber

Am Abend waren wir alle zusammen noch bei Thomas Hubers „Torre“ Expeditionsvortrag im Kloster Steinfeld. Organisiert wurde diese interessante Veranstaltung vom DAV Eifel/Sektion Schleiden. Es war sehr unterhaltsam und absolut sehenswert.

Thomas Botschaft zum Schluss lautete: Unsere Gesellschaft braucht mehr Menschen mit Mut und Herz, Menschen, die ihre Ideen in die Tat umsetzen und dadurch auch anderen Mut machen ihre Ängst zu überwinden.

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