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Auf einer Wellenlänge auf Sylt - Teil 1 von 4 - Ein Rückblick


Im Februar 2018 reist Romy mit ihrer Schwester Nena nach Sylt.

2011/2012 hat Nena dort bei dem Naturschutzverein Schutzstation Wattenmeer ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr, kurz FÖJ, absolviert. Gemeinsam mit anderen Ehemaligen, die sich selbst untereinander liebevoll „Schutten“ nennen, besuchen sie das jetzige Stationsteam in Hörnum und blicken auf ihre eigene Zeit als Freiwilligendienstler zurück.


Nach der Ausbildung zur Pflanzenfachverkäuferin packte meine Schwester das Fernweh. Sie wollte raus aus der Eifel, etwas Neues kennenlernen und auf eigenen Beinen stehen - und das am liebsten draußen in der Natur, an der frischen Luft. Ich studierte damals in Trier und genoss die Freiheiten meines Studentendaseins, das städtische Leben und lange Semesterferien.

Irgendwo zwischen Fachhochschule und Mosel muss ich über die Möglichkeit eines Freiwilligen Ökologischen Jahres gestolpert sein. 2002 wurde das FÖJ mit dem FÖJ Bundesgesetzt bundesweit eingeführt. Das Recht auf ein FÖJ für 16 bis 26 Jährige beabsichtigt die Förderung der "Bildungsfähigkeit des Jugendlichen" und dessen Entwicklung für "bürgerliches Engagements".

Einsatzgebiete finden sich im Bereich von Naturschutz und Umweltbildung, Land- und Forstwirtschaft, sowie Gartenbau.

Ich berichtete meiner Schwester von der Option eines Bildungs- und Orientierungsjahres für Jugendliche und junge Erwachsene. Nena war von der Idee gleich sehr angetan. Sie informierte sich anschließend im Internet konkreter über verschiedene Einsatzstellen und die jeweiligen Tätigkeitsbereiche. Letztendlich bewarb sie sich auf eine ausgeschriebene FÖJ Stelle bei der Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer in Hörnum. Ich erinnere mich gut an den heiß ersehnten Anruf von der Insel und ihre große Freude über die Zusage! Sowohl unsere Eltern, als auch Familie und Freunde waren anfangs von Nenas Reiselust überrascht und ihrem Vorhaben gegenüber skeptisch, war sie doch am liebsten bei uns zu Hause auf dem Bauernhof und bis dato nicht von Fernweh geplagt. Es gab eine kleine Abschiedsfeier und alle wünschten ihr Glück und eine gute Zeit im hohen Norden.

Während ihres Aufenthaltes auf Sylt habe ich Nena öfters besucht. Nicht nur ich, sondern auch Familie und Freunde haben erlebt wie das Jahr auf der Insel meine Schwester verändert hat. In kurzer Zeit ist sie selbständiger und offener geworden. Wattwanderungen mit Schulkassen oder Vorträge über die Naturschutz- und Bildungsarbeit des Vereins vor großen Besuchergruppen meisterte sie nach guter Einarbeitung ruhig und souverän, fröhlich und gelassen. Im Leben in der Gemeinschaft und bei der Arbeit mit Gleichgesinnten hat sie sich entfalten und entwickeln können. Freundschaften, die sie damals geknüpft hat begleiten und bereichern sie bis heute. Die „Schutten“ sind ein wichtiger Teil in ihrem Leben.

Doris, Katja, Luc und Joscha haben 2011/2012 gemeinsam mit Nena ein freiwilliges Jahr bei der Schutzstation Wattenmeer in Hörnum auf Sylt geleistet. Meine Fragen an die Jungs und Mädels:

Joscha, wie bist du damals auf die Möglichkeit des FÖJ aufmerksam geworden?

Durch meinen Vater während des Urlaubs auf Pellworm. Gemeinsam haben wir dort eine Wattwanderung gemacht. Schließlich kam ich mit der FÖJ'lerin ins Gespräch und fand es super interessant! Dann habe ich mich zu Hause auf der Seite der Schutzstation Wattenmeer genauer informiert und mich beworben.

Katja, hast du in dem Jahr auf Sylt neue Blickweisen kennengelernt?

Definitiv! Besonders was die Ernährung und den Lebensstil angeht. Wir haben unser Brot immer selber gebacken und mit dem Holzofen geheizt. Wir mussten unser Brennholz jedes Mal selber hacken und darauf achten, dass das Feuer nicht ausgeht – das kannte ich von zu Hause nicht.

Ich habe mir während meines Freiwilligen Jahres nicht so viele Gedanken über die nächsten Wochen und Monate gemacht.

Doris, was ist dein Tipp für die heutige Generation?

Ich habe im Nachhinein festgestellt, dass ich hier in jeden Tag einfach so hinein gelebt habe. Ich habe mir während meines Freiwilligen Jahres nicht so viele Gedanken über die nächsten Wochen und Monate gemacht. In meinem Studium ist alles geplant und ich weiß zu Beginn des Semesters wann die nächsten Klausuren oder Abgaben anstehen.

Luc, hat dich euer gemeinschaftliches Leben in der Bretterbude auf dein Studenten- und WG Leben vorbereitet?

Ja! Ich habe in Grönland im Studentenwohnheim gewohnt und dort gab es Leute, die keine Nudeln kochen konnten. Die gerade aus dem Nest ins Nichts gezogen sind und nicht wussten wie man sich selber ernährt. Das gab es wirklich!

Nena, was schätzt du an eurer Freundschaft besonders?

Ich glaube, dass wir alle auf einer Wellenlänge sind. Wir sind zwar alle deutschlandweit und weltweit verteilt und hören Ewigkeiten nichts voneinander. Wenn man sich dann aber wieder trifft ist es wie immer - total schön!

Wenn man sich dann aber wieder trifft ist es wie immer - total schön!

...Fortsetzung folgt!

Im nächsten Beitrag lernt ihr Britta kennen. Die junge Schwäbin ist seit Sommer 2017 auf der Insel und berichtet von ihren Erfahrungen als Freiwilligendienstlerin an der Waterkant.

Ihr seid neugierig auf die Schutzstation Wattenmeer und ihre Tätigkeit als Naturschutzverein im Nationalpark Wattenmeer ?

Hier gibt’s mehr: www.schutzstation-wattenmeer.de

Auch Lust auf ein FÖJ ?

Hier gibt's mehr Infos: www.foej.de oder www.umweltjahr.de

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