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Auf einer Wellenlänge auf Sylt - Teil 2 von 4 - Britta freiwillig am Meer


Britta absolviert seit Juli 2017 ihren Bundesfreiwillgendienst, kurz BFD, bei der Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer in Hörnum auf Sylt. Die junge Schwäbin liebt das Meer und die Berge und lernt hoch im Norden ganz neue Seiten an sich kennen.


Der Bundesfreiwilligendienst ist ähnlich wie das Freiwillige Ökologische Jahr eine Form der Freiwilligenarbeit. Auch der Bundesfreiwilligendienst verfolgt das Ziel das Engagement des Einzelnen für das gesellschaftliche Zusammenleben zu fördern. Einsatzgebiete finden sich hier nicht nur im ökologischen, sondern auch im sozialen und kulturellen Bereich. Beim Bundesfreiwilligendienst gibt es keine Altersbeschränkung. Ob Jugendliche, Midlife Ager oder Golden Oldies - jeder kann mitmachen! Einzige Voraussetzung ist die Erfüllung der Pflichtschulzeit.

Britta hat das Abi in der Tasche und hat sich nach der Schulzeit für den Bundesfreiwilligendienst entschieden.

Britta, was waren deine Beweggründe für ein Umweltjahr?

Ich wollte die Zeit nach dem Abi nutzen, um einfach etwas ganz anderes zu machen. Ich wollte mich aktiv für die Natur einbringen. So viel wie ich jetzt über diesen Lebensraum und die Natur hier am Wattenmeer kenne wusste ich noch nie zu einem Themenbereich. Wenn Besucher Fragen haben kann ich Rede und Antwort stehen. Dann merkt man erstmal wie viele Leute unwissend sind und wie gut es ist wenn jemand das Wissen weitergibt. Das finde ich extrem wichtig!

Britta, hast du in der Schule Infos zum Thema Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) bekommen ?

Eher weniger. Das Thema FÖJ wurde kurz in Bezug mit Freiwilligenarbeit auf Bauernhöfen im Schwarzwald angeschnitten. Den Lehrern, denen ich erzählt habe, dass ich ein BFD auf Sylt mache, wussten erstmal gar nichts damit anzufangen. Der Bundesfreiwilligendienst ist als Ersatz für den Zivildienst gekommen. Früher wurden die verschiedenen Stellen durch das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) bzw. durch das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und den Zivildienst besetzt. Nach Abschaffung des Zivildienstes kam dann der BFD, da man mit FÖJ bzw. FSJ nicht alle Stellen abdecken konnte.

Ich wollte mich aktiv für die Natur einbringen. Ich finde es spannend einen ganz neuen Lebensraum wie das Wattenmeer kennenzulernen.

Stärkt dich die Resonanz der einzelnen Besucher?

Ja, das auf jeden Fall. Das Feedback der Besuchergruppen gibt mir sehr viel Sicherheit. Ich war nie jemand, der gerne in der Schule Präsentationen gehalten hat. Damals wollte mir auch keiner glauben, dass ich freiwillig ans Meer gehe.

Hier auf Sylt leistet der Verein neben der Naturschutzarbeit überwiegend Bildungsarbeit, besonders in den Sommermonaten wenn viele Schulklassen und Touristen kommen. Nach drei Wochen Einarbeitung war es am Anfang schon sehr aufregend vor 40 Leuten meine erste Wattwanderung zu machen.

Es brauchte auch Zeit bis ich Routine entwickelt habe und selbstsicherer geworden bin.

Welche Tätigkeit machst du besonders gerne?

Besonders schätze ich die Öffentlichkeitsarbeit und dass ich wirklich vielen Leuten etwas mit auf den Weg geben kann, auch wenn es nur so kleine Sachen sind. Es ist einfach schön zu sehen, dass sich Menschen für die Natur und den Lebensraum Wattenmeer interessieren. Für mich ist das Leben hier oben einfach toll.

Wir sind ein richtig gutes Team. Die Schutten sind wie eine zweite Familie, in der man lebt und arbeitet. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre und das ist es was das Jahr hier bei Schutzstation Wattenmeer für mich ausmacht: Dass man Arbeit und Leben gut verbinden kann.

Fühlst du dich naturverbunden ?

Ja, ich war schon immer gerne draußen. Wenn nicht bei uns irgendwo auf den Feldern dann in den Bergen. Ich liebe es einfach oben auf einem Gipfel zu stehen oder den Ausblick auf das Meer zu genießen. Hier auf Sylt, so nah am Wasser ist es schon besonders schön. In 5 Minuten bin ich am Strand und kann mir den Sonnenuntergang anschauen oder bei der Gebietsbetreuung alleine durch die Dünen laufen.

Ein achtsamer und bewußter Umgang mit der Natur, mit den Ressourcen und dem Leben an sich bereichert einfach das eigene Leben.

Hat dich deine Zeit auf der Insel bestärkt in dem was du später machen möchtest ?

Definitiv! Ich bin mir sicher, dass ich etwas im Bereich Umwelt oder Umweltschutz machen möchte. Mich interessieren die Bereiche Umwelttechnik, Geowissenschaften und Umweltpädagogik. Das Jahr hier auf Sylt war nicht nur eine Auszeit, sondern viel mehr, eine Reise zu mir selbst. Ich habe zu mir selber gefunden und habe Seiten von mir kennen gelernt, die ich vorher nicht kannte. Ich bin auf jeden Fall reifer und selbständiger geworden.

Und zum Abschluss „Naturschutz macht sexy“ - findest du Umweltschutz modern ?

Ja! Ich glaube bei der jüngeren Generation ist das Thema präsenter als bei der älteren Generation. Seien es die vielen Gärten, die in den Städten neu entstehen oder Freunde, die ihren Lebensstil ändern und „öko“ werden. Also „öko“ im Sinne von bewußter leben. Ein achtsamer und bewußter Umgang mit der Natur, mit den Ressourcen und dem Leben an sich bereichert einfach das eigene Leben.

...Fortsetzung folgt!

Im dritten Teil unserer Reihe "Auf einer Wellenlänge auf Sylt" lest ihr über Fietes Zeit als FÖJler bei der Schutzstation Wattenmeer in Hörnum.

Brittas Tipps für mehr Infos über ein Umweltjahr

www.freiwillig-am-meer.de

www.naturschutz-sylt.de

www.bundesfreiwilligendienst.de

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