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Auf einer Wellenlänge auf Sylt - Teil 3 von 4 - Fietes bestes Jahr


Fiete kommt aus Jena und hat im Mai 2017 sein Abitur in der Tasche. Nach seinem Schulabschluss hat er sich für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr entschieden. Auch ihn hat es auf die Insel verschlagen, wo er sein bis jetzt bestes Jahr seines Lebens verbringt.


FÖJ

Das Freiwillige Ökologische Jahr FÖJ ist eine Form der Freiwilligenarbeit. Als Bildungs- und Orientierungsjahres richtet es sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 26 Jahren. Einsatzstellen finden sich deutschlandweit im Bereich von Naturschutz und Umweltbildung, Land- und Forstwirtschaft, sowie Gartenbau.

Fiete, warum hast du dich für ein Umweltjahr entschieden?

Nach meinem Abi dachte ich mir, dass ich jetzt die Möglichkeit habe mich auszuprobieren und die Zeit habe etwa Sinnvolles zu machen. Arbeiten werde ich noch lange genug und ob ich mit dem Studium ein Jahr früher oder später beginne, macht für mich keinen Unterschied.

Wie bist du auf die Möglichkeit des FÖJs aufmerksam geworden?

Ich bin im Urlaub im Bayrischen Wald auf die Möglichkeit des FÖJs aufmerksam geworden. Im dortigen Nationalpark Haus habe ich den damaligen FÖJ'ler kennen gelernt. Ich fand es super interessant und habe dann zu Hause ein bisschen recherchiert und festgestellt, dass es ja in ganz Deutschland FÖJ Einsatzstellen gibt.

Ähnlich wie Britta hast du die Möglichkeit eines FÖJs oder BFDs im Urlaub kennengelernt. Werden diese Optionen in der Schule nicht aufgezeigt?

Tatsächlich nicht. In 12 Jahren Schule fiel der Begriff FÖJ nie. Jeder kennt irgendwie das Freiwillige Soziale Jahr FSJ, aber das FÖJ hat nicht so einen Bekanntheitsgrad. Von der Schule her weiß ich zum Beispiel nicht, dass das FÖJ als Wartesemester gilt und man sich die Zeit anrechnen lassen kann.

Letztendlich ist es super spannend mit so vielen verschiedenen Menschen in Kontakt

zu kommen.

Was schätzt du besonders an deiner Arbeit bei der Schutzstation

Wattenmeer?

Besonders schätze ich hier die Vielseitigkeit meiner Tätigkeit. Wir bieten insgesamt 13 verschiedene Führungen und Vorträge an. Neben Wattwanderungen führen wir die Besucher auch durch unsere Ausstellung in der Arche Wattenmeer und zeigen ihnen die verschiedenen Watt- und Meeresbewohner in unseren Aquarien vor Ort – oder draußen beim Seetierfang auf dem Schiff. Den Lebensraum Wattenmeer bei Wind und Wellengang auch mal gerne 300 Menschen lautstark zu erklären macht mir besonders viel Freude! Letztendlich ist es super spannend mit so vielen verschiedenen Menschen in Kontakt zu kommen.


Nice to know

Auch Seesterne bewohnen das Wattenmeer, wo man sie häufig auf Miesmuschelbänken findet. Miesmuscheln zählen zu ihren Leibspeisen.Mit seinen fünf kräftigen Armen und den unzähligen Saugfüßchen umklammert der Seestern die Muschel, bis diese schließlich

nachgibt und sich öffnet. Die Mundöffnung befindet sich in der Mitte der Unterseite des Tieres. Durch diese kann der Seestern seinen Magen ausstülpen und seine Nahrung aufnehmen und verdauen.

Du kommst gerade von einem FÖJ Seminar zurück. Was war Thema eures Seminars und was hast du für dich mitgenommen?

Landwirtschaft und Ernährung waren die Themen unseres Seminars. Wir haben in der Seminarwoche einige Öko-Bauernhöfe und konventionelle Milchhöfe besucht und verschiedene Ernährungsstile ausprobiert. Klar, ich wusste auch vorher schon, dass die Milch von der Kuh kommt, aber über den Einsatz von Wachstumshormonen und Medikamenten bei der konventionellen Milchtierhaltung wusste ich nichts. Auch die Problematiken der Wasserverunreinigung durch Gülle und Dünger waren mir neu. Für mich persönlich nehme ich mit, Lebensmittel viel mehr wert zu schätzen und auf eine bewusste und nachhaltige Ernährung zu achten.

Auf was sollte in unserer Gesellschaft bzgl. Natur- und Umweltschutz mehr geachtet werden?

Ich denke die Basis für einen achtsamen Umgang mit der Umwelt ist Bildung. Wir sagen auf unseren Führungen immer „Was man nicht kennt, kann man nicht schützen“. Unser Hauptarbeitsschwerpunkt ist Umweltbildung. Es ist wichtig die Menschen erst einmal aufzuklären und sie auf die Natur und die verschiedenen Ökosysteme aufmerksam zu machen. Erst dann begreifen und erleben sie, dass es nötig ist diese zu schützen und zu erhalten. Bildung ist das Fundament für umweltbewusstes Handeln.

Es ist wichtig die Menschen erst einmal aufzuklären und die auf die Natur und die verschiedenen Ökosysteme aufmerksam zu machen.

Was bedeutet es für dich draußen in der Natur unterwegs zu sein?

Hier oben brauche ich kein Abschalten vom Arbeitsalltag. Aber im Kontrast zum Leben in der Stadt gibt mir die Natur super viel. Ich bin raus aus dem Alltagstrott und lebe den Moment. Hier oben an der See lerne ich die Kraft der Natur erst so richtig kennen. Wenn Sturmflut ist und der Wind mit einer Geschwindigkeit von 150 Km/h über die Insel saust, komme ich mit dem Rad gar nicht mehr voran. Die Natur ist das, was alles bestimmt.

Was magst du besonders an der Insel?

Auf Sylt finde ich es super spannend, dass man diese krasse Natur direkt vor der Tür hat, aber gleichzeitig auch Zivilisation. In Westerland bekomme ich alles was ich so brauche und das ist für mich persönlich sehr wichtig. Ich bin kein Dorfmensch und in einem 10 Seelendorf würde ich auf Dauer nicht überleben

Bist du glücklich dich für ein Umweltjahr entschieden zu haben?

Ja, auf jeden Fall, die Zeit hier gibt mir sehr viel. Es ist bis jetzt das beste Jahr meines Lebens, ich habe noch nie so viele Fortschritte in so kurzer Zeit gemacht.

...Fortsetzung folgt!

Im vierten und letzten Teil unserer Reihe "Auf einer Wellenlänge auf Sylt" lernt ihr Dennis kennen und erfahrt mehr über ihn und seine Tätigkeit als Stationsleiter bei der Schutzstation Wattenmeer in Hörnum.

Fietes Tipps rund ums FÖJ und Naturschutz

www.foej.de

www.schutzstation-wattenmeer.de

www.bund.net

www.nabu.de

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