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Grüne Küche mit Astrid - Die Kulinarische Feldforschung in Heimbach Teil 2


Nach unserem gemeinsamen Spaziergang geht's in Astrids Küche. Hier bereiten wir die frisch gesammelten Wildkräuter in einem Salat zu und sind von dem Geschmackserlebnis positiv überrascht! Astrid berichtet wie sie als "Kulinarische Feldforscherin" die Eifel für sich neu entdeckt und schätzen gelernt hat.


Liebe Astrid, neben Kräuterwanderungen bietest du auch Kochevents an?

Genau. Die Kochevents gestalte ich sehr locker und frei. Da gibt es keinen Zwang, wer mit seinem Glas Wein in geselliger Runde am Tischen sitzen möchte und lieber etwas erzählt, der macht das. Und wer mehr Lust hat am Herd zustehen und zu schnippeln der macht das eben auch.

Was schätzt du am meisten an deiner Arbeit?

Besonders gerne habe ich die Resonanz und die Zusammenarbeit mit den Gästen, für die das oft Neuland ist und die sich so freuen Neues zu entdecken. Ich liebe neugierige Gäste! Ich stehe sehr gerne in der Küche und ich schätze das Entwickeln von neuen Gerichten. Ich liebe es auch intuitiv an die Sache heranzugehen. Ich glaube, das ist etwas sehr Weibliches.

Woher kommen deine Gäste überwiegend?

Es ist tatsächlich so, dass die meisten meiner Gäste aus der Stadt kommen. Bei meinen Führungen gibt es meist einige Personen die bereits Erfahrungen mit Wildkräutern haben oder zumindest mit dem Themenbereich Wildpflanzen in Berührung gekommen sind. Aber es gibt auch sehr viele Neulinge. Es sind sehr viele Frauen interessiert, die Männer werden dann mit dem Versprechen auf ein gutes Essen mitgzogen - das funktioniert auch. Da ich sehr gerne gut esse und stets auf der Suche nach dem Geschmack bin, sind die Männer doch auch sehr zufrieden mit dem was auf den Tisch kommt – es ist durchaus mehr, als ein Süppchen oder Quark.

Ich kann meine Heimat ganz neu schätzen lernen und habe sie mir auch neu erobert, besonders natürlich durch die Wildpflanzen. Mit unserem Hund bin ich losgezogen und habe ganz neue Ecken entdeckt, das war einfach toll.

Astrid, du bist in Heimbach geboren und aufgewachsen und hast lange Zeit in der Stadt gelebt und gearbeitet. Was schätzt du an der Eifel?

Als ich jung war, konnte ich nicht schnell genug aus der Eifel weg. Und das würde ich auch immer noch jedem jungen Menschen empfehlen. Mein Sohn wird jetzt 24 Jahre und für uns war vollkommen klar, dass er nach dem Abitur in eine Stadt zieht. Nachdem ich jetzt zurückgekommen bin, kann ich sagen, dass ich diese Welt hier mit ganz neuen Augen sehe und entdecke. Ich kann meine Heimat ganz neu schätzen lernen und habe sie mir auch neu erobert, besonders natürlich durch die Wildpflanzen.

Was vermisst du in der Eifel im Vergleich zum städtischen Leben?

Ich habe anfangs sehr die Kultur vermisst. Jetzt ist es immer ein größeres Aufraffen, ein Tagesprojekt um eine Ausstellung zu besuchen, das schaffe ich nicht mehr so oft.

Ich würde gerne in Zukunft zwei Mal im Jahr einen Erzeugermarkt im Haus am Giebel in Heimbach organisieren. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man mit solchen Aktionen viele Menschen erreicht.

Was wünscht du dir für die Eifel der Zukunft?

Ich fühle mich der Regionalität verpflichtet und bin sehr für die kurzen Wege und dafür soweit wie möglich bei Produzenten einzukaufen. Ich würde mir wünschen, dass die Region in diesem Punkt viel mehr miteinander vernetzt ist, da hat besonders die Nordeifel noch einen sehr langen Weg vor sich. Das ist so schade. Es gibt so viele Regionen, die ein Bewusstsein für lokale und nachhaltige Produkte haben und ihre Produzenten schätzen und bereit sind mehr für diese Produkte zu zahlen. Es gibt hier in der Eifel so viele Menschen die tolle Arbeit leisten, doch leider geht es beim Essen immer noch um viel, billig und schnell. Hier gibt es kaum die Möglichkeit gut und zentral einzukaufen. Wenn ich viel Regionales einkaufen möchte, bedeutet das für mich, dass ich unfassbar lange unterwegs bin und das kreuz und quer. Wir haben kaum Märkte in der Region. Es gibt den Markt in Düren und immer wieder kleinere Versuche. Aber die Produzenten können Ihre Waren auch nicht auf jedem kleinen Markt anbieten, das rentiert sich nicht.

Was ist für dich ganz persönlich Naturverbundenheit?

Meine Naturverbundenheit zeigt sich zum einen in der Begegnung mit den Wildkräutern. Zum anderen ist es aber auch der tägliche Spaziergang mit unserem Hund, der mich der Natur wieder näher gebracht hat. Auf unseren Runden erlebe ich über das gesamte Jahr die gleichen Orte in einem immer neuen Licht, mit unterschiedlichem Wetter, mit Wolken und Regen, bei Hitze und Kälte, mit unterschiedlichen Gerüchen und Farben. Diese Sinneserfahrung erfüllt mich und tut einfach gut.

Liebe Astrid, vielen Dank für den tollen Spaziergang, deine Erklärungen und das inspirierende Erlebnis bei dir! Der Servietten Knödel an in Salbei geschwenkten Tomaten mit Salat war besonders lecker.

Romy & Anne

Auf unserer Event-Seite erfährst du bald mehr über Astrids Events!

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