• Eifel Nomads

Urban Gardening im Zentrum von Bonn – der Stadtfrüchtchen Garten macht es möglich!


Miriam und Imke sind seit einem Jahr die Eigentümer einer Gartenfläche im Herzen von Bonn – dem Stadtfrüchtchen Garten. Wir haben sie getroffen, um mit ihnen über ihr grünes Gemeinschaftsprojekt zu sprechen.

Schon beim Betreten des Gartens kommt ein Gefühl von Achtsamkeit und Neugier auf. Der Garten ist ringsherum bewachsen und circa die Hälfte der Rasenfläche ist mit Hochbeeten übersät. Es gibt eine Hängematte, Badewannen, die als Sofas dienen, und viele andere kreative Ideen, die in der Entstehung und Weiterentwicklung sind. Wir erkennen sofort, dass man sich hier richtig wohlfühlen kann und dass es hier um mehr als Urban Gardening geht: Dieser Garten ist buchstäblich eine Oase in der Stadt.


Von der Idee zur Umsetzung

Miriam und Imke haben sich vor ein paar Jahren im Studium der Agrarwissenschaften kennen gelernt. Nach gemeinsamen Schwärmereien fürs Kochen mit Lebensmitteln aus einem eigenen Garten mit selbst angebautem Gemüse und Kräutern, mit Kochkursen und einem grünen Café, haben die beiden schlussendlich die Initiative ergriffen und das Stadtfrüchtchen Projekt im Nesselroderhof gestartet.

Für die Gründerinnen war es zu Beginn einfach ein Lernprojekt. Sie wollten es einfach mal mit einem Garten versuchen und gleichzeitig ihr erlerntes Wissen aus der Uni anwenden.

Innerhalb eines Jahres haben die beiden eine Garten-Community aufgebaut, die sich gegenseitig wertschätzt und unterstützt. Mittlerweile ist es sogar so, sagt Imke, dass die Mitglieder selbst eigene Projekte im Garten umsetzen, wie zum Beispiel der Bau einer Kompoststelle. Für das fachliche und organisatorische Know-How sorgen die beiden Mädels.

Im Garten ist jeder willkommen, dafür muss man kein Mitglied sein. Doch ausschließlich Mitglieder können hier Beete pachten und diese bepflanzen. Man zahlt einen geringen Jahresbeitrag in die Vereinskasse und bekommt eine Hochbeetfläche zugeteilt. Die Einnahmen werden dann wiederum innerhalb des Vereins ausgegeben.

Das Stadtfrüchtchen Projekt war einst als Nachbarschaftsprojekt angedacht. Doch mittlerweile interessieren sich immer mehr Menschen aus Bonn für das Vorhaben und ein eigenes Pflanzbeet im Garten.

Liebe Stadtfrüchtchen, was schätzt ihr an der Gemeinschaft und dem gemeinsamen Gärtnern?

Imke: Ich schätze es, wenn ich merke, es funktioniert auf einmal was ganz ohne mein Zutun. Zum Beispiel, die Umsetzung des Komposthaufens. Ich habe mich riesig darüber gefreut und mir gedacht “Oh da passiert auf einmal was“. Oder das Tomatenhaus, das heute noch gebaut wird. Ich glaube, die Dynamik bereitet mir am meisten Freude. Wenn ich merke, es wird etwas angeregt und umgesetzt.

Miriam: Und das gibt uns ja auch wiederum das Feedback, dass wir weiter motiviert bleiben. Die gute Gesellschaft ist sehr wichtig für uns.

Was denkt ihr sind die Beweggründe für Menschen bei euch im Garten aktiv zu werden?

Imke: Ich habe vor allem den Eindruck, es geht vielen Menschen dabei ums selber machen. Bei den jüngeren Müttern sehe ich, dass sie selbst ihre Erfahrungen als Kind in der Natur und die dadurch entstandenen Werte an ihre Kinder vermitteln möchten. Und andere wünschen sich ein gesundes Leben und aktiv etwas zu gestalten. Das grüne Leben mehr auf das Urbane bezogen. Es geht auch um Selbstverwirklichung.

Miriam: Mir kommt es auch so vor, dass die Städter mehr danach suchen die Natur nah zu haben.

Imke: Und dies eher im Rahmen des Bequemen und soweit es sich in den Alltag integrieren lässt. Wie lebt man gesund bzw. wie kann man einen kleinen eigenen Kosmos von gesundem und natürlichen Leben in der Stadt kreieren?

Miriam: Viele, die neu in die Stadt ziehen, fragen uns auch oft für Beete an. Vielleicht ist es ja eine Kennenlern-Plattform - unser Garten.

Die Zukunft: Was habt ihr beide noch so vor?

Miriam: Wir hatten schon ab und an die Idee, dass man mehrere Stadtfrüchtchen Gärten in Bonn auf die Beine stellen könnte. Doch es steht noch in den Sternen, ob wir das machen oder nicht. Denn es ist jetzt gerade schon viel Arbeit und eben ein zusätzlicher Job, neben Studium und Nebenjob. Es wäre natürlich schön, das auch beruflich irgendwann weiter zu machen.

Imke: Für mich existieren noch viele Optionen, auch das mit dem Café. Es ist nur eine Frage der Zeitinvestition. Das Gute ist, dass die Mitglieder immer mehr Verantwortung übernehmen und selbständig agieren. Dass sie aktiv Gärtnern, Aufgaben übernehmen und eigene Projektideen von sich aus umsetzen. Letztes Jahr war das noch anders. Das ist eine schöne Entwicklung.

Miriam: Wir müssen nicht mehr bei allem präsent sein. Wir verteilen die Aufgaben und schaffen das Drumherum, aber der Garten läuft von selber. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass es irgendwann noch mehr Stadtfrüchtchen Gärten gibt. Wir haben den Namen und die Plattform und bekommen immer wieder neue Anfragen, ob wir noch ein Beet frei haben. Es geht dann nur darum, weitere, geeignete Flächen zu finden und die Menschen wieder miteinander zu verknüpfen.

Nature Love: Wo und wann fühlt ihr euch naturverbunden?

Imke: Eine schwierige Frage. Tatsächlich im Wald. Vor zwei Wochen hatte ich Geburtstag und meine Familie und ich waren im Wald spazieren. Da spüre ich meine Verbundenheit zur Natur sehr. Und ab und zu hier im Garten, zum Beispiel abends, wenn es ganz ruhig ist und die Fledermäuse kreisen, dann denke ich: „Das ist jetzt richtig schön“. Dieses Gefühl richtig duchatmen zu können.

Miriam: Das kann ich auch alles unterstreichen. Naturverbundenheit spiegelt sich bei mir auch in meinem Lebensstil wider. Ich ernähre mich vegetarisch/vegan und versuche mich größtenteils biologisch zu ernähren, viel Rad zu fahren und keine sinnlosen Touren mit dem Auto zu unternehmen. Ich möchte die Natur mit meinem Verhalten und meinen täglichen Gewohnheiten schützen. Auch wenn das in der Stadt nicht immer möglich ist. Ich bin immer gerne in der Natur und ich gehe sehr gerne wandern.

Im zweiten Teil sprechen wir mit den Stadtfrüchtchen über die Entwicklung ihres Urban Gardening Projektes und über das Thema Gründung.

Möchtest du selbst einen urbanen Garten anlegen und dich bei den Stadtfrüchtchen nach Infos erkundigen? Hier geht es zu ihrer Website.

Hinterlasst unter dem Blogbeitrag gerne eine Nachricht an uns, an die Stadtfrüchtchen oder zum Thema! Wir freuen uns sehr darüber.

Stay connected

Deine Eifel Nomads

#gesundeErnährung #Selbstversorgung #Gartenbau #Gesundheit #Bildung #UrbanGardening #Imkern #EssbareStadt #Stadtfrüchtchen #Bonn #Selbstverwirklichung