• Eifel Nomads

NATURE LOVE: Warum es so wichtig ist, die Natur und unsere Erde zu ehren

Ein Interview mit Anne Schiefer, der Co-Gründerin von Eifel Nomads.


Anne ist selbst inmitten der Natur aufgewachsen. Ihre Großeltern besaßen einen Bauernhof, auf dem ein Landbau im Einklang mit der Natur betrieben wurde. Mit ihrer Familie zeltete sie einmal im Jahr für drei Wochen im Sommer an der Lieser. Für sie war diese Zeit eine ganz besondere. Kein Wunder, dass sie sich nach der Schulzeit zuerst für den Weg der Naturwissenschaftlerin entschieden hat. Heute, nach ein paar Jahren Arbeitserfahrung an Hochschulen, in internationalen Unternehmen und Start-Ups mit Bezug zu Umwelt- und Energiethemen, ist sie selbst Gründerin und setzt sich für ein erhöhtes Naturbewusstsein und die Liebe zur Erde ein.



Liebe Anne,

wie war es für dich in der Natur aufzuwachsen?

Das war für mich als Kind die beste Zeit überhaupt. Das Spielen und Kreativ-Sein in der Natur mit anderen Kindern oder auch Zeit alleine im Wald zu verbringen, hat mir damals sehr viel gegeben. Ich erinnere mich gerne daran zurück.


Was gibt es dir heute Zeit in der Natur zu verbringen?

Ich könnte es mir nicht mehr vorstellen, nicht täglich in der Natur zu sein. Ich gehe sofort über mein Energiesystem und mit meinen Sinnen in Verbindung, ich lade auf und zeitgleich bin ich bei mir. Die alltäglichen "Ablenkungen" im Außen spielen keine Rolle mehr.


Immer mehr Menschen wird die tiefere Verbundenheit zur Natur bewußt, dafür setzen wir uns ja auch bei Eifel Nomads ein und haben dies auch so in unseren Gesprächen wahrgenommen. Was denkst du, wie kann man diese wieder aktivieren?

Ich denke, wenn man als Kind diese emotionale Verbundenheit zur Natur aufgebaut hat, dann geht es vermutlich etwas leichter als Erwachsener sich wieder rückzuverbinden. Nichtsdestotrotz sind wir ja alle selbst Natur, deshalb sollte es jedem Menschen, der bewusst die Entscheidung trifft, nach etwas Übung gelingen. Es gibt ein paar Hürden zu nehmen, denn wir haben uns gesellschaftlich betrachtet wirklich entfremdet.

Es ist auf jeden Fall so, dass wenn man sich mit der Natur tiefer verbindet, man sich selbst auch näher kommt. Die Stimme seiner Seele wieder hört. Es ist einfach eine Wechselbeziehung.

Aktivieren lässt sich die Verbindung durch gezieltes Zeit-Verbringen in der Natur. Durch Meditation, Wandern, Waldbaden, auch Yoga und indem man an seinen Konstrukten arbeitet. Dann entsteht Freiheit, Klarheit und wahrhaftige Verbundenheit.


„Wenn wir die natürlichen Prozesse und kosmischen Gesetze verstehen und uns darauf einlassen, können wir ein Leben im Einklang mit uns selbst und der Natur führen.“

Du hast schon oft für Kinder und Jugendliche Umweltbildungskurse geleitet, z.B. in Heidelberg, in Trier und in der Vulkaneifel - gerade jetzt vor kurzem für das Zeltlager der Union Wetten. Fällt dir dabei etwas auf?

Ich bin immer noch beeindruckt von dem Wissen und dem Interesse der Kinder und Jugendlichen aus dem Zeltlager an Naturthemen. Es war so eine schöne Gruppe und hat viel Spaß mit allen gemacht.

Ein erhöhtes Interesse ist oft der Fall, wenn Kinder auf freiwilliger Basis teilnehmen und lernen. Wenn man ihnen den Raum gibt, die Natur auch spielerisch zu erfahren.

Ich persönlich finde, es sollte jeder Schule ein Anliegen sein, die Naturverbundenheit ihrer Schüler*innen zu fördern. Auch das freie Miteinander in der Natur. Das kommt nicht von irgendwoher, sondern basiert auf uralten Traditionen. Wir Menschen besitzen diese starke Verbindung zur Natur, doch bei vielen ist sie heutzutage (noch) überlagert.


Kind-Sein in der Natur: Paula mit Anne beim Steine-Hüpfen : )

Umso wichtiger, vor allem, wenn man Bücher wie „Das letzte Kind im Wald“ gelesen und ein entsprechendes Bewusstsein entwickelt hat, ist, dass unsere Kinder diese wertvolle Zeit, diese Möglichkeiten bekommen, die mancher von uns vielleicht nicht hatte oder die durch das digitale Zeitalter, durch viel Arbeit und wenig Zeit, verlagert werden.


Wofür machst du dich stark?

Ich setze mich für gelebte Naturverbundenheit - die Liebe zur Natur und zu Mutter Erde ein. Doch eben auch, das gehört für mich dazu, die Liebe zu uns selbst. Wenn wir diese Verbundenheit wieder stärker fühlen und Projekte ins Leben rufen, die das fördern, sind wir auf einem guten Weg.


Für mich persönlich lassen sich Wissenschaft und Spiritualität nicht trennen. Die Naturerfahrung, das Eintauchen in die Natur, geschieht auf spiritueller Ebene, ob uns das bewusst ist oder nicht.

Außerdem müssen wir aktiv unser Verhalten gegenüber der Erde und der Natur ändern. Wir können die Erde nicht weiter ausbeuten. Es ist unsere Aufgabe sie zu ehren, zu achten und zu lieben. Wir sind alle Gäste auf diesem wunderschönen Planeten.

Wir brauchen nachhaltige und naturzentrierte Lösungen, doch auch innovative und digitale. Wir schaffen es nur gemeinsam und kooperativ durch diese „Krisenzeit“.


Deshalb freue ich mich schon sehr auf wundervolle Menschen und spannende Projekte, die aus der Eifel Nomads Community heraus entstehen werden.


Über Anne:

Als intuitive Fotografin und Energy Coach unterstütze ich darüber hinaus Menschen bei ihrer persönlichen und beruflichen Entfaltung (www.anneschiefer.com).